Buchveröffentlichung: »Im Schatten guter Absichten«

Update 19. Januar: Die Taschenbuchversion ist jetzt auch verfügbar.

Ich habe eine leicht überarbeitete Fassung des Artikels Der rassistische Antirassismus – Kritik einer Massenhysterie zusammen mit ein paar neueren Texten zum Thema als Buch veröffentlicht. So sieht es aus:

Und hier ist es käuflich zu erwerben – im Moment nur als E‑Book für Kindle, aber wenn nichts dazwischenkommt, erscheint im Lauf nächster Woche eine Taschenbuchversion. In einem kleinen Taschenbuchformat umfasst es 224 Seiten.

Der Einfachheit halber gebe ich unten das Vorwort des Buches wieder, um es vorzustellen. Doch zunächst noch ein paar Vorbemerkungen in eigener Sache.

Ich bedaure, dass in diesem Blog nun wieder für gut ein halbes Jahr nichts erschienen ist. Ich habe weiterhin viele Ideen und Pläne, eine lange Leseliste, etliche halbfertige Texte und viel zu wenig Zeit, das alles voranzutreiben.

Ich würde gerne regelmäßiger veröffentlichen, um mehr mit Lesern in Verbindung zu bleiben. Doch die Schreibarbeit zieht mich in letzter Zeit eher zu längeren und vertiefenden Texten. Der rassistische Antirassismus, der Artikel, der im Sommer 2020 entstand und den Ausgangspunkt für das Buch bildete, war anfangs überhaupt nicht so lang geplant, wie er dann wurde. Es sollte einfach ein Blogartikel werden. Während der Auseinandersetzung mit dem Thema wuchs er dann immer mehr. Ich ließ das zu, weil ich das Gefühl hatte, dass es sich lohnte, der Sache den Raum zu geben, den sie brauchte. Und das könnte so ähnlich auch bei anderen Themen passieren, die ich bearbeiten will.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob und wie es zu schaffen ist, diesem Wunsch nach vertiefter Auseinandersetzung mit wichtigen Themen nachzugehen und gleichzeitig das Blog belebt zu halten. Mein Ziel ist, mit dieser Arbeit ein Einkommen zu erwirtschaften, da ich aufgrund der notwendigen Erwerbstätigkeit meist nur eine bis zwei Stunden täglich dafür erübrigen kann. Das würde das Problem lösen. Doch um ein Einkommen zu erwirtschaften, muss ich natürlich erst einmal etwas liefern.

Wer meine Arbeit schätzt, kann mir helfen, indem er oder sie Im Schatten guter Absichten unterstützt – sei es durch Kauf, Weiterempfehlung oder Verfassen einer Rezension bei Amazon. Dafür vorab herzlichen Dank, und auch für sämtliche Unterstützung, die ich bisher in Form von Spenden, freundlichen Worten und Hilfe bei der Verbreitung erfahren habe. Sie zählt.

Zumindest in der nächsten Zeit rechne ich jedenfalls recht sicher damit, dass hier mehr passieren wird. Ich will die Arbeit an ein paar halbfertigen Texten wieder aufnehmen und habe vor, immer mal wieder einen Auszug aus dem Buch zu bringen.

Nun aber zur Sache.

Im Schatten guter Absichten: Die postmoderne Wiederkehr des Rassendenkens – Vorwort

Unsere Kinder und Enkel mögen einmal den Tag verfluchen, an dem wir angefangen haben, Rasse und Ethnizität mit Bedeutung aufzuladen. Es gibt Länder, in denen das zu Mord und Totschlag auf den Straßen geführt hat, aber Sie können kein Land nennen, in dem es zu mehr Harmonie geführt hätte.

Thomas Sowell


Critical Race Theory: Eine komplizierte akademische Theorie mit dem Ziel, Rassismus zu überwinden, indem man alles zur Rassenfrage macht.

James Lindsay

Die Texte in diesem Band sind zwischen Juni und Dezember 2020 entstanden. Sie kritisieren einen gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Rassismus, der sich als gegen diesen gerichtet begreift, ihn aber nicht reduzieren, sondern nur vermehren kann. Es ist ein kollektives Selbstmissverständnis mit verschiedenen Tiefendimensionen, die von der Oberfläche einer relativ naiven Medienöffentlichkeit, die naheliegenden Reflexen folgt, bis in die Tiefe einer verworrenen und radikalen akademischen Theorie reichen, der sogenannten Critical Race Theory. Was diese Tiefenebenen verbindet, ist ein »Antirassismus«, der von Rassendenken besessen und dadurch in eklatantem Widerspruch zu seinem Namen ein Konjunkturprogramm für Rassismus ist. Darüber hinaus ist er ein Angriff auf die Fundamente der freiheitlichen Gesellschaft, was Theorievertreter recht freimütig selbst sagen. Durch Aufhellung dieser Gefahr, die sich größtenteils unerkannt in Köpfe und Institutionen schleicht, hofft dieses Buch zur Mobilisierung der Abwehrkräfte beider beizutragen. Die liberale Demokratie ist bedroht und bedarf der Verteidigung.

Hier wird sich vielen eine Frage aufdrängen: Wie kann Engagement gegen Rassismus, Protest gegen Rassismus, Empörung über Rassismus je falsch sein? Dies wird im Hauptteil des Buches ausführlich beantwortet. Doch es ist vielleicht nützlich, die Antwort zumindest andeutungsweise hier kurz vorwegzunehmen.

Das Kernproblem besteht darin, dass eine Wahrnehmung, die überall Rassismus sieht, unausweichlich auch überall »Rassen« sieht, ob man sich diese dabei als »sozial konstruiert« vorstellt oder nicht. Je tiefer sich diese Weltsicht verankert, desto weniger sieht man Mitmenschen als Individuen und desto mehr sieht man sie als stereotype Vertreter von »rassischen« (und anderen) Identitätsgruppen. Dies macht es immer schwieriger, sich über die Gruppengrenzen hinweg als menschliche Individuen auf Augenhöhe zu begegnen. Das Trennende wird betont und das Gemeinsame abgewertet, sogar geleugnet. Da die unterschiedlichen ethnischen Identitätsgruppen aus dieser Sicht nicht nur nebeneinander existieren, sondern durch Rassismus überhaupt erst in die Welt kommen und definiert sind, ist ihr Verhältnis zueinander für die Anhänger dieser Ideologie von Grund auf antagonistisch und von Vorwurf, Schuld, Misstrauen und unüberwindlicher Fremdheit geprägt.

Zudem schafft die Erzählung eines allumfassenden Rassismus als alleinige Erklärung für soziale Benachteiligung von Minderheiten einen Diskurs, der mehr geeignet ist, entsprechend geneigten Vertretern der Mehrheitsgesellschaft bei der Verarbeitung ihrer Schuldgefühle zu helfen, als zur Lösung der Probleme beizutragen, mit denen Minderheitengruppen zu kämpfen haben. Dies beklagen schwarze Intellektuelle wie Shelby Steele, Thomas Sowell und John McWhorter seit vielen Jahren. Das wohl dramatischste Beispiel für das Scheitern dieses Diskurses an der Lösung realer Probleme ist das Tabu, im Zusammenhang mit »Black Lives Matter« die dramatisch hohe Zahl schwarzer Todesopfer von Gewaltkriminalität innerhalb schwarzer Stadtviertel in den USA zu erwähnen. Die Besorgnis hinter dem Tabu ist nachvollziehbar: Der Verweis auf diese Kriminalität kann den Eindruck erwecken, man wolle die Schwarzen dämonisieren oder die Weißen von Verantwortung freisprechen. Doch die praktische Folge des Tabus ist eine Prioritätensetzung, die man nur wahnsinnig nennen kann. Um die Schwarzen zu »schützen«, verschweigt man Fakten, deren Erwähnung bei undifferenziertem Blick ein schlechtes Licht auf sie werfen könnte – und nimmt dafür in Kauf, dass sich weiterhin unbeachtet Tag für Tag eine Zahl schwarzer Kriminalitätsopfer auftürmt, die diejenige der beklagten Opfer von Polizeigewalt bei Weitem in den Schatten stellt. Als wäre das nicht genug, wird diese tödliche Gewaltkriminalität durch die Zurückdrängung der Polizei im Namen dieses Diskurses noch zusätzlich entfesselt.

Damit sind längst nicht alle Aspekte des Problems angesprochen, doch dies mag einen Eindruck von der Art und Weise vermitteln, wie das Weltbild des allgegenwärtigen Rassismus gepaart mit Empirieferne und missionarischem Eifer unbeabsichtigte und kontraproduktive Wirkungen zeitigt.

Was hilft stattdessen? Zunächst einmal bedarf es differenzierter Problemdiagnosen, um geeignete Lösungen zu entwickeln. Armut und Alltagsdiskriminierung, Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Beschäftigung – es gibt nicht eine Patentlösung für so völlig unterschiedliche Probleme, und umgekehrt sind nicht alle Probleme, mit denen Minderheiten zu kämpfen haben, auf Rassismus zurückzuführen. Probleme wie Armut und die Erblichkeit von Bildungs- und Aufstiegschancen beispielsweise sind auch unabhängig von Ethnizität gegeben und schwierig zu lösen.

Rassismus ist nicht die Norm oder omnipräsent, aber es gibt ihn. Was dagegen hilft, ist eine Kultur, die Diskriminierung aufgrund »rassischer« Merkmale verbietet und gegebenenfalls abstellt und bestraft, während sie auf der anderen Seite ihre Mitglieder dazu ermutigt, die gemeinsame Menschlichkeit im Gegenüber wahrzunehmen. Gegen Rassismus hilft das gelebte Prinzip, jedem Menschen die Chance zu geben, sich unabhängig von Herkunft und anderen Gruppenidentitätsmerkmalen durch sein Sprechen und Handeln selbst zu definieren. Dies entspricht dem, was sich Martin Luther King für seine Kinder gewünscht hat, und moderne Verfassungen wie das deutsche Grundgesetz bilden den rechtlichen Rahmen für eine solche Kultur. Die Toleranz, die Offenheit und auch der Frieden und Wohlstand, die in den westlichen Gesellschaften seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewachsen sind, geben dieser Strategie Recht.

Die radikale Linke der intersektionalen »Kritischen Theorien« erklärt diese Fortschritte zum großen Betrugsmanöver eines Systems, das auf Unterdrückung beruhe und zerstört werden müsse. Diese Zerstörung soll anschließend irgendwie – ich schreibe bewusst »irgendwie«, da der Weg notorisch und gefährlich nebulös ist – zu einer Utopie führen, in deren Licht die freiheitlichen Demokratien der Gegenwart als höllische Unterdrückungsmaschinen erscheinen. Diese Theorien beziehungsweise ihre Aktivisten haben viele Menschen davon überzeugt, dass die heutige Realität mit all den Fakten, die einen historisch einmaligen Zivilisationsstandard belegen, der Betrug sei und der auf vernebelnden Sprachspielen beruhende utopistische Betrug die Realität. Es hat wohl damit zu tun, dass der Utopismus Trost spendet und eine Zuflucht vor der für uns alle manchmal unerträglichen Realität bietet. Doch der Preis für diese psychische Wellnesskur ist hoch. Es ist ein Flirt mit dem Totalitären.


Den ersten Anstoß für meine Auseinandersetzung mit dem Thema gaben die George-Floyd-Proteste und ihr Medienecho im Mai und Juni 2020. In den ersten Tagen nach Bekanntwerden der Videos von Floyds Verhaftung und Tod hatte ich die Nachrichten nicht im Detail verfolgt. Ich wusste nur, dass in den USA ein Schwarzer in Polizeigewahrsam auf offenbar brutale Weise getötet worden war, dass es Videoaufnahmen davon gab, dass wieder Black-Lives-Matter-Proteste ausbrachen und dass die Medien den Vorgang unter der Formel »Rassismus und Polizeigewalt« verbuchten. Als ich schließlich einige Artikel heraussuchte, um mich genauer zu informieren, erwartete ich unter anderem zu erfahren, was das Handeln der Polizisten nach allgemeiner Auffassung als rassistisches Handeln erkennbar gemacht hatte. Hatten sie rassistische Parolen geäußert? Hatten sie gezielt einen Schwarzen aufgegriffen? Pflegten sie Beziehungen zu extremistischen Organisationen?

Doch wie heutige Leser wissen, erfuhr ich den Grund für die einhellige Annahme einer rassistischen Tat nicht, weil es keinen gab. George Floyd war schwarz und die beteiligten Polizisten waren mehrheitlich weiß (noch nicht einmal durchweg weiß; einer von ihnen war ebenfalls schwarz, ein anderer hatte asiatische Vorfahren), aber konnte das für eine solche Schlussfolgerung genügen? Ist alles, was ein Weißer einem Schwarzen antut, eine rassistische Tat, ungeachtet der Umstände und Motive? Warum stürzte sich die ganze westliche Welt mit solcher Inbrunst auf die Deutung »Rassismus«, als könnte gar kein Zweifel an deren Richtigkeit sein? Warum preschten vor allem die Medien dabei vor, deren Aufgabe es doch sein sollte, die Fakten zu recherchieren, wenn die Öffentlichkeit von Stimmungen ergriffen ist, und daran zu erinnern, dass man nicht von aufwühlenden Bildern auf statistische Regelmäßigkeiten schließen kann?

Je länger das Thema die Schlagzeilen beherrschte, desto eindeutiger schienen mir bestimmte Bedürfnisse des Publikums der Grund für die überwältigende Resonanz des Themas zu sein. Dies waren zum einen spirituelle Bedürfnisse – es ergab sich ein sauberes, emotional ansprechendes Gut-Böse-Schema –, die umso mehr ins Auge stachen, je mehr die Proteste mit Niederknien, Waschungen, Mantren, Gesängen und Erhebung von Floyd zum Heiligen offenkundig religiösen Charakter annahmen. Zum anderen war unverkennbar, dass hinter dem Zorn auf die Polizei ein Zorn auf »das System« stand, der in Protesten ein willkommenes Ventil fand, aber nicht erst in diesem Kontext entstanden, sondern älter, tiefer und grundsätzlicher war.

Aus diesen Eindrücken entstand mein Vorhaben, einen Artikel zu schreiben, in dem ich drei Thesen zur Erklärung des Ganzen formulieren wollte. Bei diesen drei Hauptthesen blieb es, obwohl sich meine Ideen während der Ausarbeitung weiterentwickelten und der Text um ein Vielfaches länger wurde, als ich anfangs gedacht hatte. Ich veröffentlichte ihn nach gut sechswöchiger Arbeit am 16. Juli unter dem Titel Der rassistische Antirassismus – Kritik einer Massenhysterie in meinem Blog unter www.homoduplex.de. Er stieß bald auf Interesse. Ich erhielt viele positive Rückmeldungen und er wurde verschiedentlich bei Twitter und Facebook geteilt sowie in anderen Blogs erwähnt. Einige Leser regten eine Buchveröffentlichung an. Dies schien mir eine vielversprechende Möglichkeit, ein größeres Publikum zu erreichen, vor allem in Anbetracht der für einen Blogartikel ausufernden Länge. Allerdings fand ich es wenig reizvoll, ein Buch herauszubringen, das nur einen bereits veröffentlichten Text enthielt. So kam ich auf die Idee, den Artikel zusammen mit neuem, noch zu schreibendem Material zu veröffentlichen, das dann (zunächst) exklusiv im Buch zu finden sein würde. An Ideen für solches Material war kein Mangel. Sie entstanden beim Fortgang der Ereignisse sowie des Schreibens und der Recherche von selbst. Nach dem ersten Text sind also alle weiteren in diesem Band bereits mit der Idee im Hinterkopf entstanden, sie gebündelt zu veröffentlichen, so dass sie einander sinnvoll ergänzen und zusammen ein größeres Ganzes bilden.

Der rassistische Antirassismus ist eine leicht überarbeitete und aktualisierte Version des ursprünglichen Blogartikels und der Kerntext der Sammlung. Er ist am längsten und zeichnet das breiteste Panorama der Thematik. Er ist zeitlich auf dem Höhepunkt der George-Floyd-Proteste entstanden, als über den Sommer das Coronavirus vorübergehend von »Rassismus und Polizeigewalt« als größtem Medienthema abgelöst wurde. Seine drei Thesen sind erstens, dass die Proteste und unser Umgang mit dem Thema Rassismus einen religiösen Charakter angenommen haben, zweitens, dass sich hier wie anderswo unter (scheinbar) guten Absichten teils destruktive Strebungen verbergen, und drittens, dass im öffentlichen Umgang mit der Rassismus-Thematik ein politischer Postmodernismus zum Ausdruck kommt, der ein Angriff auf die freiheitliche Verfassung moderner Gesellschaften ist und Rassismus nicht reduzieren, sondern nur vermehren kann.

Der zweite Text, Der neue Rassismusbegriff, ist relativ kurz und eng fokussiert. Darin diskutiere ich den »neuen« Rassismusbegriff, dem zufolge nur Weiße rassistisch sein und sie dementsprechend nicht Opfer von Rassismus sein können. Ich argumentiere, dass dieser Begriff als analytisches Werkzeug dem herkömmlichen Rassismusbegriff in jeder Hinsicht unterlegen ist, da er die Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache nicht vermehrt, sondern stark reduziert. Ich erkläre dies damit, dass er primär auch kein analytisches Werkzeug sein soll, sondern ein politischer Hebel.

Den dritten Text, den Brief an eine Tanzschule, habe ich aus Besorgnis über das Umsichgreifen der Critical Race Theory in meinem Lebensumfeld tatsächlich als Brief geschrieben und verschickt. Hier tauchen vor allem mit Blick auf den Haupttext ein paar inhaltliche Wiederholungen auf, die unvermeidlich waren und von denen ich hoffe, dass sie in akzeptablem Rahmen bleiben. Das Interessante an diesem Text ist für mich die Aufgabe, die er sich stellt: einer weitgehend unbekannten Person zu erklären, warum es keine gute Idee ist, sich der Critical Race Theory zu verschreiben und/oder sie in einen Betrieb einzuführen.

Wie sich zeigt, ist das gar nicht so einfach. James Lindsay, auf dessen Arbeit ich viel zurückgreife, hat sich solche Aufklärung in den letzten Jahren zum Beruf gemacht. Er schrieb einmal sinngemäß, dass man durchaus kurz und knapp erklären könne, was diese Theorie behaupte und was das Problem daran sei – nur glaube es einem dann niemand, weil es unvermeidlich verrückt klinge. Um es nachvollziehbar zu machen, muss man es ausführlicher erklären, und dann braucht man etwas Zeit und Geduld.

Ich nehme meinen Lösungsversuch vor allem deswegen auf, weil das Problem bestehen bleibt und weitere Versuche folgen müssen, nicht so sehr, weil ich der Meinung wäre, dass mir die Argumentation sonderlich gut gelungen sei. Der Brief ist im Vergleich zu Der rassistische Antirassismus deutlich kürzer und stellt einen Versuch dar, möglichst kompakt und ohne größere Lücken eine Kontra-Position zum »Antirassismus« nach Critical Race Theory zu formulieren.

Der vierte Text, Psychologische Hebel der Wokeness, ist der zweitlängste und zweittiefste in diesem Band. Am Beispiel eines »antirassistischen« Facebook-Postings, das mir eines Tages entgegenkam, stelle ich genauer dar, mit welchen psychologischen Mitteln diese Theorie sich ausbreitet und Anhänger gewinnt. Dabei hilft mir ein Artikel von James Lindsay über den Sektencharakter der Critical Race Theory, den man in besagtem Posting in aller Deutlichkeit wiederfindet. Um diesen thematischen Kern herum führe ich eine breitere Diskussion über die psychologischen Hebel und Funktionsmechanismen der Wokeness. Eine zentrale Rolle spielt dabei ihr strategischer Einsatz von Begriffen mit doppelten Bedeutungen.

Der fünfte und letzte Text ist kein eigener, sondern eine leicht gekürzte, von mir angefertigte Übersetzung einer Durchführungsverordnung, die US-Präsident Donald Trump am 22. September 2020 erlassen hat. Die Executive Order on Combating Race and Sex Stereotyping verbietet es kurz gesagt, auf Staatskosten beziehungsweise in staatlichem Auftrag Schulungen durchzuführen, die Menschen nach Rasse oder Geschlecht stereotypisieren oder zu Sündenböcken machen. Die Verordnung zielte auf Schulungen nach Critical Race Theory. Zuvor waren Materialien aus solchen Schulungen durch Leaks an die Öffentlichkeit gelangt, die zeigten, wie dort Weiße und insbesondere weiße Männer als eine Art geborene Unterdrücker angeklagt wurden, wie es eben das Programm dieser Theorie ist. Ich dokumentiere die Verordnung hier, weil sie ein erster Versuch einer freiheitlichen Demokratie ist, sich auf quasi-gesetzgeberischem Weg gegen antiliberale Angriffe der Wokeness – oder der Critical Social Justice oder wie immer man es nennen will – zu verteidigen. Absicherungen durch konkrete Regeln dieser Art werden nötig sein, wenn diese Ideologie nicht nach und nach sämtliche Institutionen unter ihre Kontrolle bringen soll. Ein paar Worte zur Kommentierung und Diskussion sind der Übersetzung vorangestellt.

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7 Kommentare

  1. Ich habe jetzt die Info im Text mal vorgezogen, weil die Frage öfter kam: Im Moment nur Kindle, ab nächste Woche irgendwann auch Taschenbuch, wenn keine technischen oder sonstigen Probleme auftauchen. Ich lasse mir gerade einen Probedruck zusenden. Danke für das Interesse!

  2. Vielen Dank für die interessanten Beiträge hier auf dieser Seite. Sie sind wirklich gut geschrieben und geistreich. Sobald das Taschenbuch erhältlich ist, werde ich es mir auf jeden Fall kaufen.
    Liebe Grüße.

  3. Hallo Sebastian, ich wollte dein Buch über die Buchhandlung meiner Mum bestellen, aber sie meinte, dass es nur über Amazon erhältlich ist. Warum hast du dein Buch nicht über einen Verlag veröffentlicht?

    1. Hauptsächlich, weil ich keine Lust auf monatelanges Klinkenputzen und Warten hatte. Finde Selfpublishing auch grundsätzlich sympathisch.

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