Mein Buch über Wokeness und sogenannten Antirassismus

(Aktua­li­siert am 6. Mai 2021)

Ich habe eine leicht über­ar­bei­te­te Fas­sung des Arti­kels Der ras­sis­ti­sche Anti­ras­sis­mus – Kri­tik einer Mas­sen­hys­te­rie zusam­men mit ein paar neue­ren Tex­ten zum The­ma als Buch ver­öf­fent­licht. So sieht es aus:

Und hier ist es käuf­lich zu erwer­ben. In einem klei­nen Taschen­buch­for­mat umfasst es 224 Sei­ten. Der Ein­fach­heit hal­ber gebe ich unten das Vor­wort wie­der, um es vorzustellen. 

Vor­ab ein paar Leser­stim­men aus den Rezensionen:

Das Buch von Sebas­ti­an Wes­sels hat mich posi­tiv über­rascht, und ich wür­de sagen, dass es das bes­te sei­ner Art zu die­sem The­ma (die „Cri­ti­cal Race Theo­ry“) ist, das ich bis­lang gele­sen habe.

Die zer­stö­re­ri­sche Ten­denz der mit schön klin­gen­den Schlag­wor­ten wie »inklu­siv«, »anti­ras­sis­tisch« usw. bemän­tel­ten, pseu­do­kri­ti­schen Theo­rien dürf­te dem inter­es­sier­ten Beob­ach­ter aktu­el­ler US-ame­ri­ka­ni­scher Dis­kur­se bekannt sein. Die­ses Buch bie­tet ihm eine auf den Punkt gebrach­te Zusam­men­fas­sung der The­ma­tik und wert­vol­le Quellen.

Das Buch »Im Schat­ten guter Absich­ten« von Sebas­ti­an Wes­sels ist ein Mei­len­stein, wenn es um das Ver­ste­hen und Begrei­fen der soge­nann­ten »Kri­ti­schen Sozia­len Gerech­tig­keit« geht.

Sebas­ti­an Wes­sels ist ein aus­ge­zeich­ne­tes Buch gelun­gen, in dem er durch­ge­hend klug argu­men­tiert und zeigt, war­um eine aktu­ell star­ke Vari­an­te ver­meint­li­chen »Anti­ras­sis­mus« in Wahr­heit Auf­wind für Ras­sis­ten von links und rechts bedeutet.

Ein muti­ges und wich­ti­ges Buch!

Hier außer­dem ein kur­zes Inter­view und hier eine wei­te­re Rezen­si­on.

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Die trügerische Attraktivität der Critical Race Theory

Dies ist ein Aus­zug aus dem Text »Psy­cho­lo­gi­sche Hebel der Wokeness«, der in dem Buch »Im Schat­ten guter Absich­ten: Die post­mo­der­ne Wie­der­kehr des Ras­sen­den­kens« voll­stän­dig zu lesen ist.


Sehen wir uns an die­ser Stel­le kurz genau­er an, was an den Ideen der Cri­ti­cal Race Theo­ry für vie­le nai­ve Rezi­pi­en­ten so unge­mein über­zeu­gend zu sein scheint. Es ist auf­fäl­lig, wie selbst­be­wusst die Theo­rie mit dem Anspruch auf­tritt, die ein­zig wah­re und rich­ti­ge Ant­wort auf Ras­sis­mus zu bie­ten, ohne die­sen Anspruch schlüs­sig zu begrün­den (»thin­king past the sale«), und wie mühe­los sie damit durch­kommt. Wenn Leit­me­di­en das The­ma auf­grei­fen, über­neh­men sie dabei immer wie­der Robin DiAn­ge­los pre­di­gen­den »Ich ver­kün­de die Wahr­heit und wer wider­spricht, ist dumm oder cha­rak­ter­lich defizitär«-Tonfall, als wäre es das Natür­lichs­te von der Welt (Bei­spiel). Kri­ti­sche Gedan­ken kom­men nicht vor. Kom­men­ta­to­ren mit ande­ren Sicht­wei­sen in den sozia­len Medi­en wer­den zurecht­ge­wie­sen, als könn­te gar kei­nen Zwei­fel dar­an sein, dass es nur exakt eine rich­ti­ge Sicht­wei­se gebe, und zwar die­se (Bei­spiel – ein Stück run­ter­scrol­len). Wie die betref­fen­den Jour­na­lis­ten so schnell von »Robin DiAn­ge­lo behaup­tet« zu »Das ist die unum­stöß­li­che Wahr­heit« gelan­gen, bleibt unklar. Es ist, als ob ein paar Absät­ze fehl­ten, in denen dar­ge­legt wur­de, war­um sie die­sen Schluss zie­hen und war­um ande­re Per­spek­ti­ven auf das Pro­blem, die seit Jahr­zehn­ten von Wis­sen­schaft­lern, Intel­lek­tu­el­len und Behör­den erar­bei­tet wer­den, nicht nur falsch, son­dern über­haupt kei­ne Erwäh­nung wert sei­en – eben­so wie die Sicht­wei­sen von Mil­lio­nen Schwar­zen, die nicht das sagen, was die Theo­rie ihnen in den Mund legt.

Die Behaup­tun­gen der Theo­rie sind an der Ober­flä­che (für eine bestimm­te links­li­be­ra­le, aka­de­misch gepräg­te, städ­ti­sche, sinn­su­chen­de, pro­gres­si­ve Kli­en­tel) so ein­leuch­tend und attrak­tiv, dass es zu einer Refle­xi­on der tie­fe­ren Schich­ten gar nicht erst kommt. Die­se Refle­xi­on wäre aber nötig, um zu ver­ste­hen, dass die Theo­rie ihre gro­ßen, befrie­di­gen­den Ver­spre­chun­gen nicht ein­hal­ten kann. Was macht sie an der Ober­flä­che so ein­leuch­tend und attraktiv?

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Narrativbeben

Der Dil­bert-Car­too­nist und Polit­kom­men­ta­tor Scott Adams lei­tet manch­mal Tweets wei­ter, denen er nur das Hash­tag #artist hin­zu­fügt. Er nimmt damit Bezug auf einen Abschnitt in sei­nem Buch »Losert­hink«, wo es dar­um geht, dass manch­mal Künst­ler, die in ihren jewei­li­gen Dis­zi­pli­nen noch so bril­lant sein mögen, man­gels Wis­sen oder Fähig­keit zu kri­ti­schem Den­ken plötz­lich gera­de­zu unmün­dig erschei­nen, wenn sie sich zu The­men des Zeit­ge­sche­hens äußern.

Die Akti­on #alles­dicht­ma­chen (gute Über­bli­cke hier und hier) könn­te ein sel­te­ner Fall sein, in dem die­se poli­ti­sche Unbe­darft­heit ins­be­son­de­re von Schau­spie­lern (sor­ry) ein­mal zu etwas Bemer­kens­wer­tem geführt hat, das Spu­ren hinterlässt.

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Was ist mit den jungen, linken Frauen los?

Das kon­ser­va­ti­ve Frau­en­ma­ga­zin Evie brach­te letz­te Woche einen Arti­kel zu einem The­ma, das ich auch schon län­ger mal erwäh­nen woll­te: die auf­fäl­li­ge Häu­fung von psy­chi­scher Krank­heit bei US-ame­ri­ka­ni­schen Lin­ken und dort ins­be­son­de­re den jun­gen, wei­ßen Frauen.

Der Dok­to­rand Zack Gold­berg, den ich hier schon mal mit the­men­ver­wand­ten Erkennt­nis­sen erwähnt habe, hat­te letz­tes Jahr aktu­el­le Daten von Pew Rese­arch zu die­sem The­ma aus­ge­wer­tet und Ergeb­nis­se in Gra­fik­form auf Twit­ter ver­öf­fent­licht. Dem­zu­fol­ge wur­de bei erschre­cken­den 56,3 Pro­zent der wei­ßen lin­ken Frau­en im Alter von 18 bis 29 schon ein­mal ein psy­cho­lo­gi­sches Pro­blem dia­gnos­ti­ziert. Bei den wei­ßen lin­ken Män­nern waren es 33,6 Pro­zent. Die ent­spre­chen­den Wer­te im kon­ser­va­ti­ven Lager: 27,3 und 16,3 Prozent.

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Im Kampfmodus


Es ist ein Mus­ter, das sich seit Jah­ren in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den wie­der­holt. Eine streit­ba­re lin­ke Medi­en­fi­gur wird im Inter­net ange­fein­det, beschimpft und in Extrem­fäl­len bedroht. Sie skan­da­li­siert dies und Medi­en stel­len sich geschlos­sen auf ihre Sei­te, wobei jour­na­lis­ti­sche Sorg­falts­pflich­ten mehr oder weni­ger auf der Stre­cke blei­ben. Es wird her­un­ter­ge­spielt oder völ­lig ver­schwie­gen, wie die betrof­fe­ne Per­son für gewöhn­lich aus­teilt und damit feind­se­li­ge Reak­tio­nen pro­vo­ziert. Wenn man hier ein­hakt und die Ein­sei­tig­keit der Bericht­erstat­tung kri­ti­siert, wird einem das schnell so aus­ge­legt, als ver­tei­di­ge man die Beschimp­fun­gen und Dro­hun­gen, die die Per­son erhält, bezie­hungs­wei­se die Täter, oder als wol­le man sie als ange­mes­se­ne Reak­ti­on auf die Pro­vo­ka­tio­nen rechtfertigen.

»War­um berich­tet ihr nicht über die Pro­vo­ka­tio­nen?«
»Wider­li­che Fra­ge, sol­che Dro­hun­gen sind durch NICHTS zu rechtfertigen!«

Die­se Reak­ti­on ist nach­voll­zieh­bar, aber wenn ich in der Rol­le des­je­ni­gen bin, der die Medi­en kri­ti­siert, dann will ich damit kei­ne Dro­hun­gen recht­fer­ti­gen, und soweit ich in die­ser Situa­ti­on die Men­schen um mich her­um im Blick habe, will es von ihnen auch nie­mand. Natür­lich sind Dro­hun­gen nicht zu recht­fer­ti­gen. (Bei Beschimp­fun­gen wür­de ich weni­ger abso­lut for­mu­lie­ren. Wenn man beschimpft wird, ist es unter Umstän­den gerecht­fer­tigt, zurück zu schimp­fen. Es kommt auf den Kon­text und den Schwe­re­grad an.) Die Pro­vo­ka­tio­nen sind aber den­noch Teil der Geschichte.

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Britische Regierungskommission sagt nein zur Critical Race Theory

Ange­sto­ßen von den Geor­ge-Floyd-Pro­tes­ten 2020 hat die bri­ti­sche Regie­rung eine Kom­mis­si­on beauf­tragt, anhand von empi­ri­schen Daten ein Lage­bild zu eth­ni­schen Ungleich­hei­ten im Ver­ei­nig­ten König­reich zu erstel­len und Emp­feh­lun­gen zu erar­bei­ten. Nun hat die Com­mis­si­on on Race and Eth­nic Dis­pa­ri­ties ihren Bericht vor­ge­legt.

Dar­in weht ein fri­scher Wind der Ratio­na­li­tät, wie er bei die­sem The­ma fast schon nicht mehr vor­stell­bar war. Der Bericht nimmt Ras­sis­mus und Ungleich­heit ernst, stellt sich aber ent­schie­den gegen den Reflex, jede eth­ni­sche Ungleich­heit in mehr­heit­lich wei­ßen Län­dern auf Ras­sis­mus zurück­zu­füh­ren. Ohne es aus­drück­lich zu sagen, ist der Bericht ein Nein mit Pau­ken­schlag für die Cri­ti­cal Race Theory.

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Farbenblindheit und Selbsthass weißer US-Amerikaner

Das US-ame­ri­ka­ni­sche Wahl­for­schungs­in­sti­tut ANES hat kürz­lich Daten aus einer Erhe­bung von 2020 ver­öf­fent­licht. Dar­in fin­den sich inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen über die Sym­pa­thien von Wei­ßen, Schwar­zen, Asia­ten und His­pa­nics für die jeweils ande­ren Grup­pen und die eigene:

Gra­fik von hier

Die Zah­len­wer­te bezie­hen sich auf ein soge­nann­tes Gefühls­ther­mo­me­ter, das von null bis 100 reicht. Die Instruk­ti­on für die Teil­neh­mer dazu:

Bewer­tun­gen zwi­schen 50 und 100 Grad bedeu­ten, dass Sie der Grup­pe posi­ti­ve und war­me Gefüh­le ent­ge­gen­brin­gen. Bewer­tun­gen zwi­schen 0 und 50 Grad bedeu­ten, dass Sie der Grup­pe kei­ne posi­ti­ven Gefüh­le ent­ge­gen­brin­gen und sie nicht beson­ders mögen. Wäh­len Sie eine Bewer­tung der Grup­pe auf der 50-Grad-Mar­ke, wenn Sie ihr gegen­über weder beson­ders war­me noch kal­te Gefüh­le hegen.

ANES-Fra­ge­bo­gen 2020, S. 122 ff.
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Die Verfassung im Kopfstand

Am 25. Novem­ber 2020 hat der »Kabi­netts­aus­schuss zur Bekämp­fung von Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus« im Auf­trag der deut­schen Bun­des­re­gie­rung eine Lis­te von 89 Maß­nah­men vor­ge­legt, die die­ser Bekämp­fung die­nen sol­len. Eine davon sieht die »Erset­zung des Begriffs ›Ras­se‹« in Arti­kel 3 des Grund­ge­set­zes vor, der ver­al­tet und unwis­sen­schaft­lich sei. Der betref­fen­de Satz ist dieser:

Nie­mand darf wegen sei­nes Geschlech­tes, sei­ner Abstam­mung, sei­ner Ras­se, sei­ner Spra­che, sei­ner Hei­mat und Her­kunft, sei­nes Glau­bens, sei­ner reli­giö­sen oder poli­ti­schen Anschau­un­gen benach­tei­ligt oder bevor­zugt werden.

Es geht um einen Kern­be­stand­teil der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung – das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung von Indi­vi­du­en auf­grund (zuge­schrie­be­ner) Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten und das Prin­zip der Gleich­heit vor dem Gesetz.

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Sind wir alle Pseudo-Realisten?

Soll­te der Begriff »Pseu­do-Rea­li­tät« in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch ein­ge­hen, ist zu erwar­ten, dass er bald von allen mög­li­chen Grup­pen gegen ihre jewei­li­gen Geg­ner ver­wen­det wer­den wird, ähn­lich wie es etwa mit »Fake News« geschieht. Das ist nicht zu ver­mei­den und zunächst mal auch legi­tim, auf Begrif­fe gibt es kei­ne Mono­po­le. Doch es gin­ge viel ver­lo­ren, wenn »Pseu­do-Rea­li­tät« auf den vagen Gehalt »Falsch­in­for­ma­ti­on« oder »Auf­fas­sun­gen, die nicht ganz rich­tig sind« ver­wäs­sert wür­de. Dafür hät­te man kei­nen neu­en Aus­druck gebraucht. Die Idee hin­ter »Pseu­do-Rea­li­tät« ist spe­zi­fi­scher und umfasst mehr.

Da ich das Kon­zept für zeit­dia­gnos­tisch wich­tig hal­te, will ich in einer Rei­he von Bei­trä­gen, begin­nend mit die­sem, genau­er her­aus­ar­bei­ten, wie man Rea­li­tät und Pseu­do-Rea­li­tät bzw. eine Ori­en­tie­rung an der einen oder ande­ren theo­re­tisch und prak­tisch unter­schei­det, immer mit dem letzt­end­li­chen Ziel, Pseu­do-Rea­li­tät zu erken­nen und trockenzulegen.

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Ein neorassistisches Panorama

Am 26. Febru­ar brach­te »Bericht aus Ber­lin« die­sen kur­zen Zusam­men­schnitt aus der Bun­des­tags­de­bat­te am sel­ben Tag:

Es ist ein Bei­spiel für die Art von Medi­en­ver­sa­gen, die mich im Som­mer 2020 dazu bewo­gen hat, den Bei­trag zu schrei­ben, aus dem schließ­lich das Buch »Im Schat­ten guter Absich­ten« wur­de.

Das Haupt­pro­blem ist die Aus­las­sung. Der durch­schnitt­li­che ÖRR-Zuschau­er, der nicht die Eng­lisch­kennt­nis­se, Zeit und Inter­net­kom­pe­tenz hat, sich durch Social Media und akti­ves Goo­geln selbst über die Vor­gän­ge in den USA zu infor­mie­ren, erhält hier kei­ne Chan­ce, zu ver­ste­hen, wor­um es eigent­lich geht.

Was ver­steht »Bericht aus Ber­lin« unter einer »Anek­do­te«?

Die Coca-Coca-Schu­lung bau­te auf dem Mega­best­sel­ler »White Fra­gi­li­ty« von Robin DiAn­ge­lo auf. Schu­lun­gen die­ser Art fin­den in unzäh­li­gen Fir­men statt. Diver­si­ty-Trai­nings sind eine Mil­li­ar­den­in­dus­trie. Jon­gen konn­te über­haupt nur auf die Idee kom­men, die­se Schu­lung zu erwäh­nen, weil sie in den USA skan­da­li­siert wor­den war. 

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