Buchveröffentlichung: »Im Schatten guter Absichten«

Update 19. Janu­ar: Die Taschen­buch­ver­si­on ist jetzt auch verfügbar.

Ich habe eine leicht über­ar­bei­te­te Fas­sung des Arti­kels Der ras­sis­ti­sche Anti­ras­sis­mus – Kri­tik einer Mas­sen­hys­te­rie zusam­men mit ein paar neue­ren Tex­ten zum The­ma als Buch ver­öf­fent­licht. So sieht es aus:

Und hier ist es käuf­lich zu erwer­ben – im Moment nur als E‑Book für Kind­le, aber wenn nichts dazwi­schen­kommt, erscheint im Lauf nächs­ter Woche eine Taschen­buch­ver­si­on. In einem klei­nen Taschen­buch­for­mat umfasst es 224 Seiten.

Der Ein­fach­heit hal­ber gebe ich unten das Vor­wort des Buches wie­der, um es vor­zu­stel­len. Doch zunächst noch ein paar Vor­be­mer­kun­gen in eige­ner Sache.

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Was ist mit den jungen, linken Frauen los?

Das kon­ser­va­ti­ve Frau­en­ma­ga­zin Evie brach­te letz­te Woche einen Arti­kel zu einem The­ma, das ich auch schon län­ger mal erwäh­nen woll­te: die auf­fäl­li­ge Häu­fung von psy­chi­scher Krank­heit bei US-ame­ri­ka­ni­schen Lin­ken und dort ins­be­son­de­re den jun­gen, wei­ßen Frauen.

Der Dok­to­rand Zack Gold­berg, den ich hier schon mal mit the­men­ver­wand­ten Erkennt­nis­sen erwähnt habe, hat­te letz­tes Jahr aktu­el­le Daten von Pew Rese­arch zu die­sem The­ma aus­ge­wer­tet und Ergeb­nis­se in Gra­fik­form auf Twit­ter ver­öf­fent­licht. Dem­zu­fol­ge wur­de bei erschre­cken­den 56,3 Pro­zent der wei­ßen lin­ken Frau­en im Alter von 18 bis 29 schon ein­mal ein psy­cho­lo­gi­sches Pro­blem dia­gnos­ti­ziert. Bei den wei­ßen lin­ken Män­nern waren es 33,6 Pro­zent. Die ent­spre­chen­den Wer­te im kon­ser­va­ti­ven Lager: 27,3 und 16,3 Prozent.

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Im Kampfmodus


Es ist ein Mus­ter, das sich seit Jah­ren in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den wie­der­holt. Eine streit­ba­re lin­ke Medi­en­fi­gur wird im Inter­net ange­fein­det, beschimpft und in Extrem­fäl­len bedroht. Sie skan­da­li­siert dies und Medi­en stel­len sich geschlos­sen auf ihre Sei­te, wobei jour­na­lis­ti­sche Sorg­falts­pflich­ten mehr oder weni­ger auf der Stre­cke blei­ben. Es wird her­un­ter­ge­spielt oder völ­lig ver­schwie­gen, wie die betrof­fe­ne Per­son für gewöhn­lich aus­teilt und damit feind­se­li­ge Reak­tio­nen pro­vo­ziert. Wenn man hier ein­hakt und die Ein­sei­tig­keit der Bericht­erstat­tung kri­ti­siert, wird einem das schnell so aus­ge­legt, als ver­tei­di­ge man die Beschimp­fun­gen und Dro­hun­gen, die die Per­son erhält, bezie­hungs­wei­se die Täter, oder als wol­le man sie als ange­mes­se­ne Reak­ti­on auf die Pro­vo­ka­tio­nen rechtfertigen.

»War­um berich­tet ihr nicht über die Pro­vo­ka­tio­nen?«
»Wider­li­che Fra­ge, sol­che Dro­hun­gen sind durch NICHTS zu rechtfertigen!«

Die­se Reak­ti­on ist nach­voll­zieh­bar, aber wenn ich in der Rol­le des­je­ni­gen bin, der die Medi­en kri­ti­siert, dann will ich damit kei­ne Dro­hun­gen recht­fer­ti­gen, und soweit ich in die­ser Situa­ti­on die Men­schen um mich her­um im Blick habe, will es von ihnen auch nie­mand. Natür­lich sind Dro­hun­gen nicht zu recht­fer­ti­gen. (Bei Beschimp­fun­gen wür­de ich weni­ger abso­lut for­mu­lie­ren. Wenn man beschimpft wird, ist es unter Umstän­den gerecht­fer­tigt, zurück zu schimp­fen. Es kommt auf den Kon­text und den Schwe­re­grad an.) Die Pro­vo­ka­tio­nen sind aber den­noch Teil der Geschichte.

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Britische Regierungskommission sagt nein zur Critical Race Theory

Ange­sto­ßen von den Geor­ge-Floyd-Pro­tes­ten 2020 hat die bri­ti­sche Regie­rung eine Kom­mis­si­on beauf­tragt, anhand von empi­ri­schen Daten ein Lage­bild zu eth­ni­schen Ungleich­hei­ten im Ver­ei­nig­ten König­reich zu erstel­len und Emp­feh­lun­gen zu erar­bei­ten. Nun hat die Com­mis­si­on on Race and Eth­nic Dis­pa­ri­ties ihren Bericht vor­ge­legt.

Dar­in weht ein fri­scher Wind der Ratio­na­li­tät, wie er bei die­sem The­ma fast schon nicht mehr vor­stell­bar war. Der Bericht nimmt Ras­sis­mus und Ungleich­heit ernst, stellt sich aber ent­schie­den gegen den Reflex, jede eth­ni­sche Ungleich­heit in mehr­heit­lich wei­ßen Län­dern auf Ras­sis­mus zurück­zu­füh­ren. Ohne es aus­drück­lich zu sagen, ist der Bericht ein Nein mit Pau­ken­schlag für die Cri­ti­cal Race Theory.

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Farbenblindheit und Selbsthass weißer US-Amerikaner

Das US-ame­ri­ka­ni­sche Wahl­for­schungs­in­sti­tut ANES hat kürz­lich Daten aus einer Erhe­bung von 2020 ver­öf­fent­licht. Dar­in fin­den sich inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen über die Sym­pa­thien von Wei­ßen, Schwar­zen, Asia­ten und His­pa­nics für die jeweils ande­ren Grup­pen und die eigene:

Gra­fik von hier

Die Zah­len­wer­te bezie­hen sich auf ein soge­nann­tes Gefühls­ther­mo­me­ter, das von null bis 100 reicht. Die Instruk­ti­on für die Teil­neh­mer dazu:

Bewer­tun­gen zwi­schen 50 und 100 Grad bedeu­ten, dass Sie der Grup­pe posi­ti­ve und war­me Gefüh­le ent­ge­gen­brin­gen. Bewer­tun­gen zwi­schen 0 und 50 Grad bedeu­ten, dass Sie der Grup­pe kei­ne posi­ti­ven Gefüh­le ent­ge­gen­brin­gen und sie nicht beson­ders mögen. Wäh­len Sie eine Bewer­tung der Grup­pe auf der 50-Grad-Mar­ke, wenn Sie ihr gegen­über weder beson­ders war­me noch kal­te Gefüh­le hegen.

ANES-Fra­ge­bo­gen 2020, S. 122 ff.
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Die Verfassung im Kopfstand

Am 25. Novem­ber 2020 hat der »Kabi­netts­aus­schuss zur Bekämp­fung von Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus« im Auf­trag der deut­schen Bun­des­re­gie­rung eine Lis­te von 89 Maß­nah­men vor­ge­legt, die die­ser Bekämp­fung die­nen sol­len. Eine davon sieht die »Erset­zung des Begriffs ›Ras­se‹« in Arti­kel 3 des Grund­ge­set­zes vor, der ver­al­tet und unwis­sen­schaft­lich sei. Der betref­fen­de Satz ist dieser:

Nie­mand darf wegen sei­nes Geschlech­tes, sei­ner Abstam­mung, sei­ner Ras­se, sei­ner Spra­che, sei­ner Hei­mat und Her­kunft, sei­nes Glau­bens, sei­ner reli­giö­sen oder poli­ti­schen Anschau­un­gen benach­tei­ligt oder bevor­zugt werden.

Es geht um einen Kern­be­stand­teil der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung – das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung von Indi­vi­du­en auf­grund (zuge­schrie­be­ner) Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten und das Prin­zip der Gleich­heit vor dem Gesetz.

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Sind wir alle Pseudo-Realisten?

Soll­te der Begriff »Pseu­do-Rea­li­tät« in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch ein­ge­hen, ist zu erwar­ten, dass er bald von allen mög­li­chen Grup­pen gegen ihre jewei­li­gen Geg­ner ver­wen­det wer­den wird, ähn­lich wie es etwa mit »Fake News« geschieht. Das ist nicht zu ver­mei­den und zunächst mal auch legi­tim, auf Begrif­fe gibt es kei­ne Mono­po­le. Doch es gin­ge viel ver­lo­ren, wenn »Pseu­do-Rea­li­tät« auf den vagen Gehalt »Falsch­in­for­ma­ti­on« oder »Auf­fas­sun­gen, die nicht ganz rich­tig sind« ver­wäs­sert wür­de. Dafür hät­te man kei­nen neu­en Aus­druck gebraucht. Die Idee hin­ter »Pseu­do-Rea­li­tät« ist spe­zi­fi­scher und umfasst mehr.

Da ich das Kon­zept für zeit­dia­gnos­tisch wich­tig hal­te, will ich in einer Rei­he von Bei­trä­gen, begin­nend mit die­sem, genau­er her­aus­ar­bei­ten, wie man Rea­li­tät und Pseu­do-Rea­li­tät bzw. eine Ori­en­tie­rung an der einen oder ande­ren theo­re­tisch und prak­tisch unter­schei­det, immer mit dem letzt­end­li­chen Ziel, Pseu­do-Rea­li­tät zu erken­nen und trockenzulegen.

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Ein neorassistisches Panorama

Am 26. Febru­ar brach­te »Bericht aus Ber­lin« die­sen kur­zen Zusam­men­schnitt aus der Bun­des­tags­de­bat­te am sel­ben Tag:

Es ist ein Bei­spiel für die Art von Medi­en­ver­sa­gen, die mich im Som­mer 2020 dazu bewo­gen hat, den Bei­trag zu schrei­ben, aus dem schließ­lich das Buch »Im Schat­ten guter Absich­ten« wur­de.

Das Haupt­pro­blem ist die Aus­las­sung. Der durch­schnitt­li­che ÖRR-Zuschau­er, der nicht die Eng­lisch­kennt­nis­se, Zeit und Inter­net­kom­pe­tenz hat, sich durch Social Media und akti­ves Goo­geln selbst über die Vor­gän­ge in den USA zu infor­mie­ren, erhält hier kei­ne Chan­ce, zu ver­ste­hen, wor­um es eigent­lich geht.

Was ver­steht »Bericht aus Ber­lin« unter einer »Anek­do­te«?

Die Coca-Coca-Schu­lung bau­te auf dem Mega­best­sel­ler »White Fra­gi­li­ty« von Robin DiAn­ge­lo auf. Schu­lun­gen die­ser Art fin­den in unzäh­li­gen Fir­men statt. Diver­si­ty-Trai­nings sind eine Mil­li­ar­den­in­dus­trie. Jon­gen konn­te über­haupt nur auf die Idee kom­men, die­se Schu­lung zu erwäh­nen, weil sie in den USA skan­da­li­siert wor­den war. 

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Falsches Opfertum als soziales Kapital

Quil­let­te berich­tet über eine aktu­el­le Stu­die, die sich mit der Nei­gung beschäf­tigt, Opfer­tum zur Schau zu stel­len und sich dadurch Vor­tei­le zu ver­schaf­fen. Wie es scheint, ist die­se Nei­gung mit der soge­nann­ten dunk­len Tria­de der Per­sön­lich­keits­merk­ma­le ver­bun­den: Nar­ziss­mus, Machia­vel­lis­mus und Psychopathie.

Die­se und wei­te­re Erkennt­nis­se aus der Stu­die bil­den ein wei­te­res wert­vol­les Puz­zle­stück für ein Gesamt­bild, an dem unter ande­rem ich hier arbei­te. Die Psy­cho­lo­gie der Opfer­men­ta­li­tät habe ich in »Der ras­sis­ti­sche Anti­ras­sis­mus« als wich­ti­gen Fak­tor des Pro­blem­kom­ple­xes ange­spro­chen. In dem Text »Psy­cho­lo­gi­sche Hebel der Wokeness«, der in mei­nem Buch ent­hal­ten ist, taucht das Opfer­tum als wesent­li­cher unter den beschrie­be­nen Hebeln auf. In »Pseu­do-Rea­li­tät« schließ­lich geht es um das Schar­nier zwi­schen psy­cho­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten wie denen, die die dunk­le Tria­de abbil­det, und mäch­ti­gen Ideo­lo­gien, deren pri­mä­res sozia­les Kapi­tal behaup­te­tes Opfer­tum ist.

Daher doku­men­tie­re ich im Fol­gen­den Aus­zü­ge des Arti­kels in deut­scher Über­set­zung. Alle Links ste­hen so im Original.

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Gina Carano

Seit ein paar Mona­ten hal­te ich stän­dig Aus­schau nach guten Nach­rich­ten hin­sicht­lich der tota­li­tä­ren Ten­den­zen, die beson­ders in den USA bedroh­li­che Aus­ma­ße ange­nom­men haben. Mei­ner Ein­schät­zung nach hat sich dort ein erheb­li­ches destruk­ti­ves Poten­zi­al auf­ge­baut, und ob die­ses wie­der abge­baut wer­den kann oder in ent­spre­chend destruk­ti­ve Sys­tem­ver­än­de­run­gen mün­det, hängt wesent­lich davon ab, ob, wann und wie­weit sich ein Wider­stand gegen die­se Ent­wick­lung for­miert. Des­halb war­te ich auf Anzei­chen dafür, dass dies passiert.

Gina Cara­no ist so eine posi­ti­ve Nach­richt. Die Kampf­sport­le­rin und Hol­ly­wood-Schau­spie­le­rin ver­lor kürz­lich wegen eini­ger poli­tisch unkor­rek­ter Tweets, die den übli­chen Online-Mob auf den Plan rie­fen, ihre regel­mä­ßi­ge Rol­le in der erfolg­rei­chen Star-Wars-Serie »The Man­da­lo­rian« von Lucasfilm/Disney. Die gute Nach­richt dar­an ist, dass sie seit­her eine Wel­le der Soli­da­ri­tät erfährt. Dazu gehör­te auch, dass Ben Shapi­ros Medi­en­un­ter­neh­men »The Dai­ly Wire« ihr anbot, einen Film mit ihr zu pro­du­zie­ren, und sie sofort ein­wil­lig­te. Heu­te ist ein aus­führ­li­ches Inter­view erschie­nen, das Ben Shapi­ro mit Gina Cara­no geführt hat und das ich the­ma­tisch Inter­es­sier­ten empfehle.

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