In Stücken

»Was ich bewirke, begreife ich nicht; denn nicht, was ich will, treibe ich voran, sondern was ich hasse, das tue ich.« – Römer 7:15

Mein linker Radikalismus entstand im frühen Erwachsenenalter aus einem destruktiven Impuls und einer Sehnsucht nach Zugehörigkeit heraus. Die gesellschaftliche Wirklichkeit war kalt und abweisend. Ich hasste und wollte zerstören, was mich zerstörte, und sah mich dabei auf der guten Seite, weil mein Ziel eine bessere Welt war. Dies schien die Zerstörungslust zu rechtfertigen, obwohl ich nicht wusste, wie die bessere Welt geschaffen werden könnte, nachdem das Zerstörungswerk vollbracht wäre.

Ich war das jüngste von drei Kindern einer schwer alkoholabhängigen und überforderten alleinerziehenden Mutter. Sie sorgte mehr oder weniger für Nahrung, Kleidung und Schulbücher, aber emotional schwankte sie zwischen Abwesenheit und Aggression. Die Nächte füllte sie mit An– und Wehklagen. Ihr Leben war eine Plackerei ohne Perspektive, und dafür machte sie nicht zuletzt uns Kinder verantwortlich.

Als Folge dieser Sozialisation verstand ich während des Heranwachsens nicht, wie die Welt funktionierte. Ich beobachtete, wie die Menschen in stillem Einverständnis über unausgesprochene Regeln interagierten, aber ich konnte oft nur in Form leerer Nachahmung daran teilnehmen, weil meine emotionale Entwicklung und Verfassung nicht da war, wo sie hätte sein sollen.

Neben meiner Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit entwickelte ich über die Jahre eine erbitterte Feindseligkeit gegen das System, das mich nicht teilhaben ließ; gegen das große Spiel, in dem ich immer nur verlieren konnte.

Jede Biographie bildet neben Individuellem auch Soziales und Allgemeinmenschliches ab. Die Bedürfnisse nach Sinn und Gemeinschaft gehören zur menschlichen Natur, das Leiden unter ihrem Zerfall und Fehlen ist auszeichnendes Merkmal unserer Epoche. Dies zeigt sich in der Allgegenwart der Süchte ebenso wie im Vordringen säkularer Pseudoreligionen in das spirituelle Vakuum im Zentrum unserer Kultur.

Am Übergang vom Mittelalter in die Moderne wurden unsere Vorfahren aus ihren eng geknüpften Gemeinschaften herausgerissen. Bis dahin hatte das Geflecht der sozialen Beziehungen, eingebettet in ein umfassendes religiöses Weltbild, jedem Menschen seinen festen Platz im Kosmos zugewiesen. Einsamkeit war kaum möglich, Fragen nach dem Sinn des Lebens stellten sich nicht, die Arbeit für den Lebensunterhalt war eine ständige sinnvolle Beschäftigung und die Unsicherheit der Lebensverhältnisse erzwang sozialen Zusammenhalt.

In seinem Buch »Escape from Freedom« vergleicht Erich Fromm die mehr oder weniger schockartige Auflösung dieser »primären Bindungen« unserer Vorfahren mit dem Erwachsenwerden des einzelnen Menschen seither. Die primäre Bindung zu den Eltern geht verloren, niemand kümmert sich mehr, man muss sich selbst kümmern. Der Buchtitel spielt auf die massenhafte Hinwendung der Menschen zu autoritären Regimen im frühen 20. Jahrhundert an.

Der Psychiater Arthur Deikman bezeichnet unsere tiefe unbewusste Sehnsucht nach einer Rückkehr in die schützende Obhut der Eltern als den »Abhängigkeitstraum«. Er sieht darin einen wesentlichen Motor der Sektenbildung. 

Unser Verhalten geht auf verschlungenen Wegen aus einer Vielzahl unbewusster Motivationen und Automatismen hervor. Es ist eher Regel als Ausnahme, dass wir nicht wissen, warum wir tun, was wir tun, und wollen, was wir wollen. Wir erfinden bei Bedarf Begründungen und Rechtfertigungen, die mehr oder weniger plausibel sind und sich harmonisch in unser Selbstbild einfügen, aber nichts mit den tatsächlichen Gründen und Antrieben zu tun haben müssen.

Kognitive Dissonanz entsteht, wenn Aspekte des Selbst bewusst werden, die das schmeichelhafte Selbstbild stören und daher einer Neuinterpretation bedürfen.

»Ich bin deswegen so zornig, weil ich so gut bin.«

Viele Menschen glauben das. Oft Menschen, denen die Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand aus allen Poren quillt.

Ich habe es selbst einmal geglaubt. Es ist ein düsterer Ort. Die Todsünden (hier: Zorn und Hochmut) führen wirklich in die Hölle, und zwar direkt, ohne dass man erst sterben müsste.

Im ersten Semester meines Studiums der Sozialwissenschaften hörte ich erstmals von Gender Studies. Geschlechterbeziehungen, aha, interessant. Männer seien da aber nicht unbedingt willkommen, sagte man mir. Auch Frauen nicht, wenn sie eigene Vorstellungen mitbrachten. Es werde erwartet, dass man die präsentierten Lehren verinnerliche und nicht in Frage stelle. Sonst würden sie schnell feindselig. Ich fand das befremdlich, aber nahm es hin und ignorierte es schließlich weitgehend, wie die meisten anderen.

Bald darauf wurde ich Mitglied eines Arbeitskreises, der über viele Jahre mein primärer Freundeskreis blieb. Unter einem ziemlich autoritär auftretenden und etwas manischen, aber auch charismatischen Professor studierten und lehrten wir Gesellschaftstheorie auf Basis der Schriften von Norbert Elias. Die marxistisch getönte Lesart dieser Soziologie, die unser Professor vertrat, wurde für uns zur einzig richtigen Art, die Welt zu verstehen und auf den richtigen Weg zu bringen.

Ich erschrak, als mir eines Tages über Umwege zu Ohren kam, dass Kommilitonen uns als »Sektierer« bezeichneten. Es erschien mir gänzlich falsch und unfair. Von innen gesehen scheint ja im Gegenteil die eigene Gruppe die einzige zu sein, die klar sieht. Allerdings kam der Sektierer-Vorwurf, soweit wir wussten, hauptsächlich von den Kritischen Theoretikern, die ihren eigenen Zirkel mit Anspruch auf überlegenen Realitätszugang pflegten. Dass wir insbesondere ihnen ein Dorn im Auge waren, hatte nicht zuletzt mit der Konkurrenzsituation zu tun.

Dieser Freundeskreis blieb für mich viele Jahre eine Art ideologische Heimat, auch als wir nur noch sporadisch Kontakt miteinander hatten. Das Weltbild, das ich mir in dieser Zeit angeeignet hatte, lieferte mir weiterhin die Gesellschaftstheorie und Ethik, an deren Maßstab ich alles beurteilte und mein Leben zu führen versuchte. Im Kern stand eine radikale Gleichheitsideologie, von der sich alles andere ableitete.

Irgendwo lag allem die diffuse Vorstellung zugrunde, dass eine Gesellschaft ohne Hierarchie und einschränkende Normen in irgendeinem Sinn der Normalfall und die Abweichung davon eine Perversion war. Diese Prämisse funktionierte in merkwürdig offenem Widerspruch zu unserem Wissen, dass es eine solche Gesellschaft nie gegeben hat, geschweige denn eine höher entwickelte. Jede Hierarchie und Ungleichheit erschien als Folge dieser Perversion, die irgendwann, irgendwie geschehen war, und musste bekämpft werden.

Reflexhaft teilte man alles in Mechanismen der Unterdrückung und Mechanismen der Befreiung ein und erhielt dadurch eine klare Orientierung über Gut und Böse, Richtig und Falsch. Zum Richtigen gehörte automatisch alles, was geeignet schien, das Falsche zu bekämpfen. Vor diesem Hintergrund kann ich unschwer nachvollziehen, dass manche es für einen Akt der Emanzipation und Gerechtigkeit halten, irgendwelche Autos anzuzünden. Die Autos sind Antriebe, Produkte und Symbole einer gesellschaftlichen Ausbeutungsmaschinerie, die es zu zerstören gilt.

Überhaupt ist ein globales Konstrukt wie der »Kapitalismus« ein dankbares Gegenüber für ideologische Selbstgerechtigkeit, da man im Prinzip jeden als seinen Komplizen, aber auch jeden als sein Opfer interpretieren kann. Immer so, wie man es gerade braucht.

Es war eine Prägung, deren Tiefe und Festigkeit mich rückblickend erstaunt. Ich stieß auf eine Gruppe, die für meine Bedürfnisse anschlussfähig war – interessante Lehren, die mir bestätigten, dass die Gesellschaftsordnung falsch war; sympathische und gleichgesinnte Gleichaltrige; die starke Vaterfigur des Professors -, und das genügte, um mich binnen weniger Monate zum Gläubigen zu machen. Später brauchte es Jahre und mehrere schockartige Erschütterungen des Glaubens von außen, um mich nach und nach von ihm zu befreien.

Faschismus und Nationalsozialismus, Kommunismus und Sozialismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts zielten darauf, eine enger geknüpfte soziale Gemeinschaft (wieder-)herzustellen. Ihre Gemeinsamkeit war der Antiliberalismus, und der Liberalismus ist die politische Philosophie des säkularen Individualismus.

Auch heute besteht eine entscheidende Parallele zwischen Rechten und Linken darin, dass beide mit dem liberalen Individualismus auf Kriegsfuß stehen und mehr Gemeinschaft wollen, auch wenn sie sich diese Gemeinschaft unterschiedlich vorstellen. Bei Rechten ist es eher eine wohlgeordnete soziale Struktur, die die Strebungen der menschlichen Natur in zivilisierte Bahnen lenkt und das völkisch-kulturelle Erbe pflegt, welches über Jahrtausende gewachsen ist und so etwas wie die Seele oder den spirituellen Kern dieser Gemeinschaft bildet; bei Linken eher ein freiwilliger, solidarischer Zusammenschluss gleicher Individuen, die frei von Herrschaft und unnötigen Einschränkungen durch soziale Normen bessere Beziehungen miteinander eingehen können.

Ich erinnere mich dunkel an eine Szene meiner Kindheit, in der mir jemand erklärte, was politische Wahlen sind. Da träten SPD und CDU gegeneinander an, erfuhr ich. Die SPD wolle, dass man Schwachen hilft, und die CDU wolle das nicht. Von dieser Auskunft zehrte ich lange. Die einen nett und normal, die anderen aus unerfindlichen Gründen Arschlöcher, verstanden.

Als ich also anfing, die Gesellschaft für ihre Kälte zu hassen, identifizierte ich den Kapitalismus als Ursache, die Mächtigen und die Reichen, nicht zuletzt die Konservativen, die sich weigerten, etwas gegen die Tyrannei zu unternehmen. In zweiter Reihe auch die Durchschnittsmenschen, die zu träge oder zu dumm waren, zu erkennen, dass der Kapitalismus uns alle ausbeutete und gegeneinander ausspielte, ungerechten Herrschaftsstrukturen unterwarf und unserer Menschlichkeit beraubte.

Wäre ich im rechten Milieu aufgewachsen, hätte ich andere Gründe dafür gefunden, dass die moderne Gesellschaft vor der Aufgabe scheiterte, mir eine Heimat zu bieten. In Teilen hätte ich bloß andere Aspekte des Kapitalismus herausgreifen müssen. Schuldig wären dann die liberalen Kräfte gewesen, die die Normen und Traditionen auflösen, die unserem Leben einmal Sinn und Struktur gegeben haben. Die Linken, die Leistung bestrafen und Untätigkeit belohnen und damit die Grundlagen der Kultur untergraben. Die Migranten, die fremde Normen mitbringen, Kosten verursachen und wenig beitragen und so das Löchrigwerden des sozialen Gewebes beschleunigen.

Psychologisch liegen linken und rechten Einstellungen unterschiedliche Ausprägungen allgemeiner Persönlichkeitseigenschaften zugrunde. Linke sind tendenziell Menschen mit großer Offenheit für Erfahrung (Kreativität/Neugier) und geringer Gewissenhaftigkeit (Fleiß/Ordnungsliebe), bei Rechten ist es umgekehrt (Details hier).

In überschaubaren Gemeinschaften ergänzen diese Temperamente einander. Kräfte der Reproduktion und Verteidigung des Bestehenden (rechts) sind wichtig, und Kräfte, die eine gewisse Offenheit und Anpassungsfähigkeit sichern (links), sind ebenfalls wichtig. Die unterschiedliche Verteilung der Eigenschaften unter den Individuen ermöglicht es der Gruppe, mehr zu sehen, als sie sähe, wenn es nur Rechte, nur Linke oder nur Mittlere gäbe.

Doch das Idealszenario der gegenseitigen Ergänzung setzt voraus, dass die Teilgruppen miteinander reden. In der Massengesellschaft wird es ihnen möglich, sich weitgehend von der jeweils anderen zu isolieren. Wenn jeder Flügel die halbe Wahrheit hat, entsteht durch Zusammenarbeit eine Annäherung an die ganze Wahrheit; wenn es aber keine Zusammenarbeit mehr gibt, entstehen geschlossene Zirkel mit verabsolutierten Halbwahrheiten: Ideologien.

Welchen Sinn und Wert hat die Feststellung, dass der Liberalismus sehr viel besser ist als der Totalitarismus, wenn es der Liberalismus ist, der die Drift in den Totalitarismus erzeugt?

Im Jahr 2018 diskutierten Jordan Peterson und Sam Harris an vier Abenden vor großem Publikum über das Für und Wider der Religion. Peterson meint, dass die Geschichten und Lehren des Christentums einen Wert haben und ihr Verschwinden aus dem gesellschaftlichen Leben ein Sinnvakuum hinterlassen hat, das unter anderem zu den totalitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts geführt hat.

Harris, entschiedener Atheist, entgegnete hier, man müsse endlich mit der falschen Behauptung aufräumen, Kommunismus und Faschismus/Nationalsozialismus seien atheistische Bewegungen gewesen. Sie trügen doch deutlich selbst religiöse Züge. 

Ich finde das faszinierend, weil ich letzterem Befund völlig zustimme, ihn aber eher als Argument für die Gegenseite sehe. Die Abschaffung der Religion führt nicht in eine Welt ohne Religion, sondern in eine Welt, in der man immer wieder mit Spannung erwarten darf, welche über ein paar Jahre oder Jahrzehnte zusammengeklöppelte Pseudoreligion den nächsten Mob antreibt.

Ohne Zweifel haben Atheisten wie Harris gute Argumente. Aber mir scheint für diese zu gelten, was der Biologe E.O. Wilson in Richtung des Marxismus sagte: »Good ideology, wrong species« (er sah darin eine gute Option für Ameisen). In Anbetracht der Beobachtung, dass Menschen nicht rational sind, können Harris oder auch Steven Pinker in seinem neuen Aufklärungsbuch nur hilflos den Appell wiederholen: »seid rational!« Es erinnert an den alten Titanic-Titel: »Hungerproblem gelöst – einfach mehr spachteln!«

Wer im Geist Petersons auf das Christentum hofft, geht – als Minimum – davon aus, dass dieses ein über Jahrtausende gereiftes Glaubenssystem ist, das aufgrund seines Alters elaborierter, differenzierter und besser geeignet ist, das gesellschaftliche Leben einschließlich seiner spirituellen Dimension zu ordnen, als die über kurze Zeiträume geformten, vielfach auf Hybris, Ignoranz und Ressentiment gewachsenen säkularen Glaubenssysteme, die heute in das von ihm zurückgelassene Vakuum vordringen.

Ein simples, aber wichtiges Beispiel dafür wäre, dass sich das Christentum mit der Sündhaftigkeit der Menschen abfindet und deshalb der Gnade und der Vergebung hohen Stellenwert einräumt. Die säkularen Pseudoreligionen hingegen scheinen davon auszugehen, dass sie die Sünde – das, was sie jeweils dafür halten – letztlich ausrotten können und werden.

Allerdings steht Peterson vor einem ähnlichen Problem wie Harris und Pinker mit ihren Appellen an die Rationalität. Menschen werden nicht auf Zuruf rational, aber sie werden auch nicht auf Zuruf gläubig, zumal nicht auf die kluge Art und Weise, die wünschenswert wäre. Gesetzt den Fall, dass die Antwort in der Bibel steckt, und sei es bloß, weil diese zwar nicht das Wort Gottes, aber ein allen Alternativen überlegenes ethisches System zur Verfügung stellt; wären wir überhaupt noch in der Lage, diese Antwort zu verstehen, geschweige denn, sie zu leben?

Wenn ich mir die heutigen bizarren Auswüchse der linken Identitätspolitik ansehe, erkenne ich, wie sie in den eher altlinken Orientierungen bereits angelegt waren, die wir damals pflegten. Das unausgesprochene Grunddogma, dass jede Ungleichheit Folge einer Perversion eines egalitären und freien Naturzustands sei, ist inzwischen bis auf die Geschlechterunterschiede ausgeweitet worden. So weit waren wir damals noch nicht, aber die Prämisse und Basis der Gesellschaftskritik war bereits dieselbe.

Der Rückblick wirft auch ein Licht auf die merkwürdige Verschmelzung von Elementen des Marxismus – die Idee des Klassenkampfes übertragen auf Geschlechter, Hautfarben usw. – mit solchen des Postmodernismus, die es eigentlich gar nicht geben dürfte, weil der Postmodernismus Großtheorien ablehnt und der Marxismus eine Großtheorie ist. Man kann diesen Widerspruch in vielen Spielarten ständig beobachten. Auf der einen Seite der radikale Relativismus, alles Sagbare sei nur Konstruktion ohne nachweisbaren Realitätsbezug oder allgemeinen Wahrheitsanspruch; nicht nur die Geschlechter, die ganze Biologie, sogar die Physik sei nur »Diskurs« mit der Funktion der Machterhaltung und so weiter; auf der anderen Seite die unerschütterliche Gewissheit, dass diese Weltdeutung ein für alle Mal wahr und richtig sei.

Wir haben es also mit einem Glauben zu tun, der primär negativ definiert ist. Eine Welt ohne Ungleichheit, ohne Geschlechter und ohne Hierarchien ist so weit weg, dass man sich nicht ansatzweise vorstellen kann, wie so etwas aussehen könnte. Die Utopie bleibt vage. Nur eines ist für die Vertreter dieser Ideologie sicher: dass sie das Bestehende zu recht angreifen; dass das Bestehende korrupt und verderbt ist und bekämpft gehört. Und natürlich gibt es in der Realität genug Schlechtes, worauf man zeigen kann, um das zu belegen.

Es ist leicht, den Postmodernismus abzulehnen, aber es ist schwer, kein Postmodernist zu sein. Denn es ist leicht, zu dekonstruieren, und schwer, über die Dekonstruktion hinaus an etwas zu glauben.

In dem Film The Dark Knight von Christopher Nolan erklärt Alfred, der Butler, die Motivation des Chaos stiftenden Jokers mit dem Satz »Some men just want to watch the world burn«.

Eine dänisch-US-amerikanische Studie von 2018 geht dieser Hypothese nach. Sie referiert unter anderem Zahlen aus einer Umfrage zu diesem »Bedürfnis nach Chaos«, wie die Autoren es nennen. Demzufolge nehmen 40 Prozent der befragten US-Amerikaner eine zustimmende oder neutrale Haltung zu dem Statement ein, dass sie beim Gedanken an die »sozialen und politischen Institutionen« ihrer Gesellschaft denken: »lasst sie alle brennen«.

Wir sind heute nicht deshalb so friedlich, weil wir so gut sind, sondern weil es für uns der Weg des geringsten Widerstandes ist, friedlich zu sein.

Nolans Joker: »When the chips are down, these civilized people – they’ll eat each other.«

Das Album You Won’t Get What You Want der Band Daughters, von dem dieser Song stammt, wurde 2018 mit enthusiastischem Kritikerlob aufgenommen; vom Album des Jahres oder sogar des Jahrzehnts war die Rede.

»Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.« – Johannes 9:4

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